Meeresrauschen. Beinahe kann ich das Salz riechen, dass getragen
von einer frischen Brise mit meinen Haaren spielt. Du hast dich ins
Wasser gewagt, die Kälte mit einem Lächeln hinweg gewischt. Ich
spüre noch deine Arme um meinen Körper, deinen Mund an meinem Hals,
deinen Geruch, den ich damals in diesem Zimmer das erste Mal
wahrnahm. Ich fange unwillkürlich an zu Lächeln. Nie war ich
sicherer, geschützter, glücklicher.
Du winkst mir zu. Die Wellen umspülen dich, während du immer weiter
hinaus watest. Du lachst, entzückt über die Wassertropfen, die dich
umspritzen, entzückt über die Kraft, mit der das Meer dich immer
weiter fort von mir treibt.
Ich beobachte dich, bangend, dass die Seifenblase in meiner Brust
zerbirst. Plötzlich wünsche ich mir, dass du hier, bei mir wärst,
mich halten würdest, ich durch dein Haar streichen könnte. Ich
winke dir, rufe, komm zurück! Doch du lachst nur, antwortest, doch
der Wind und die Brandung verschlucken deine Worte. Entsetzt sehe
ich, dass du noch weiter hinaus schwimmst. Mittlerweile muss ich
mich anstrengen, dich in den sanften Hängen der Wellen zu
entdecken.
Angst.
Komm zurück!
Doch du schwimmst weiter, immer weiter, immer weiter weg von
mir, wirst zu einem kleinen Punkt im Wasser. Ich rufe, schreie,
kreische gemeinsam mit den Möwen. Endlich, endlich tauchst du
wieder auf, kommst zurück zu mir. Doch dann tauchst du unter.
Befreit lache ich, lache über deinen Scherz. Gleich, gleich kommst
du wieder an die Oberfläche, vermutlich ganz in meiner Nähe und
wirst mich nass spritzen. Das Meer leckt an meinen nackten Füßen,
hungrig, gierig. Ich versuche, dich im Wasser zu entdecken, wo bist
du nur? Ich halte den Atem an, Sekunden werden zu Minuten,
angstvolle Ahnung zu Gewissheit. Ich kann es nicht glauben und weiß
es doch… ohnmächtig sinke ich ins seichte Wasser. Sollen die
Wellen mich doch auflösen, auffressen, genauso wie sie es mit dir
taten…
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