Pfauenfeder  (Drabbles) Verfasst: Donnerstag, den 11. März 2010 17:39

Er konzentrierte sich, wusste, er hatte alle Zeit der Welt, um perfekt zu sein- für sie, seine Angebetete, die langsam kauend immer wieder sehnsüchtige Blicke zu ihm warf. Nervös trippelte er auf der Stelle, um sich dann hoch aufzurichten. Langsam öffnete er seine Federn, eine nach der anderen blitze geheimnisvoll und prächtig im Sonnenlicht auf. Majestätisch, statuengleich stand er da, bewundernde Blicke auf sich ziehend. Auch seine Angebetete konnte den Blick nicht von ihm lösen…

Nach einer Ewigkeit verscheuchte ihn ein Pfleger. Zurück blieb nur eine einsame Pfauenfeder vor dem Käfig der Roten Pandabärin, die traurig auf die Feder blickte….

Permalink

Fledermaus  (Drabbles) Verfasst: Dienstag, den 09. März 2010 16:36

Ich liebe dich… du bist der einzige , der gut ist und rein. Der Einzige, der mich retten kann. Der mir zeigen kann, wer ich bin. Und trotzdem ich dich so unendlich liebe muss ich ausbrechen… wie eine Fledermaus aus der Hölle. Muss den Wind riechen, der meine Nase umspielt, muss die Freiheit atmen. Bei dir bin ich sicher, geborgen, doch egal was ich tue, ich bin verdammt… verdammt in der Freiheit und Einsamkeit, ohne dich, und verdammt bei dir… Ich werde zugrunde gehen. Im Käfig deiner Liebe und in den Weiten der Steppe…. Werde Sterben, weil ich liebe… dich liebe…

Inspiriert von Meat Loafs einzigartigem "Bat out of hell".

Permalink

Ausbrechen  (Drabbles) Verfasst: Montag, den 08. März 2010 16:52

Ein Drabble zum Stuchwort "brechen".

Ich sehne mich danach, auszubrechen. Auszubrechen aus meinem Leben, dem Alltagstrott, den Zwängen und Pflichten, den Erwartungen. Sehne mich danach, ICH zu sein. Zu leben, wie ich will. Zu lieben, wen ich will. Sehne mich danach, meine Träume zu verwirklichen. Glücklich zu sein. Ich will den Klang der Stille hören, das Mondlicht umarmen, das Sternenlicht schmecken. Will mit den Wölfen heulen, will dich für einen Moment weinen sehen- sterben wegen mir. Denn für dich ist es so einfach, mich zu vergessen… Fühle für einen Moment, was ich fühle! Liebe mich einen atemberaubenden Herzschlag lang… Denn was kostet es dich? Nichts.

Permalink

Fenster  (Drabbles) Verfasst: Samstag, den 20. Februar 2010 13:00

Immer wieder irrt mein Blick aus dem Fenster, mustert  den Hof.

Menschen wuseln durcheinander, getrieben von Verpflichtungen. Ob jemand unter ihnen wirklich glücklich ist? Ob er glücklich ist?

Wo ist er? Er, nach dem ich spähe? Um einen winzigsten Blick zu erhaschen, vielleicht auch die Andeutung eines Zwinkerns aus der Ferne...

Ich wünsche dir so sehr, dass du glücklich bist. Mit deinem Job, deiner Familie, deinen Freunden. Deinem Leben. Das ich nur am Rande streife, verbunden nur durch Blicke, Grüße, Zwinkern, ein Vorbeigehen, belanglose Worte…Sehnsüchten, Träumen…Auch wenn ich dir nichts bedeute, wünsche ich dir alles Glück dieser Welt.

Permalink

Meeresrauschen  (Nichts als Phantasie...) Verfasst: Samstag, den 20. Februar 2010 13:00

Meeresrauschen. Beinahe kann ich das Salz riechen, dass getragen von einer frischen Brise mit meinen Haaren spielt. Du hast dich ins Wasser gewagt, die Kälte mit einem Lächeln hinweg gewischt. Ich spüre noch deine Arme um meinen Körper, deinen Mund an meinem Hals, deinen Geruch, den ich damals in diesem Zimmer das erste Mal wahrnahm. Ich fange unwillkürlich an zu Lächeln. Nie war ich sicherer, geschützter, glücklicher.
Du winkst mir zu. Die Wellen umspülen dich, während du immer weiter hinaus watest. Du lachst, entzückt über die Wassertropfen, die dich umspritzen, entzückt über die Kraft, mit der das Meer dich immer weiter fort von mir treibt.
Ich beobachte dich, bangend, dass die Seifenblase in meiner Brust zerbirst. Plötzlich wünsche ich mir, dass du hier, bei mir wärst, mich halten würdest, ich durch dein Haar streichen könnte. Ich winke dir, rufe, komm zurück! Doch du lachst nur, antwortest, doch der Wind und die Brandung verschlucken deine Worte. Entsetzt sehe ich, dass du noch weiter hinaus schwimmst. Mittlerweile muss ich mich anstrengen, dich in den sanften Hängen der Wellen zu entdecken.

Angst.

Komm zurück!

Doch du schwimmst weiter, immer weiter, immer weiter weg von mir, wirst zu einem kleinen Punkt im Wasser. Ich rufe, schreie, kreische gemeinsam mit den Möwen. Endlich, endlich tauchst du wieder auf, kommst zurück zu mir. Doch dann tauchst du unter. Befreit lache ich, lache über deinen Scherz. Gleich, gleich kommst du wieder an die Oberfläche, vermutlich ganz in meiner Nähe und wirst mich nass spritzen. Das Meer leckt an meinen nackten Füßen, hungrig, gierig. Ich versuche, dich im Wasser zu entdecken, wo bist du nur? Ich halte den Atem an, Sekunden werden zu Minuten, angstvolle Ahnung zu Gewissheit. Ich kann es nicht glauben und weiß es doch… ohnmächtig sinke ich ins seichte Wasser. Sollen die Wellen mich doch auflösen, auffressen, genauso wie sie es mit dir taten…

Permalink